Beschreibung der Stücke in denen ich spiele.
"Aufzeichnugen aus einer Doppelhaushälfte"
PREMIERE: 11.02.2011 / 20.00 Uhr
weitere Vorstellungen:
12.02. / 16.02. / 18.02. / 25.02.2011 // 20.00 Uhr
Perspektiven auf die spätbürgerliche Gesellschaft.
Der Nachbar moniert wortreich den Abstand der frischgepflanzten Erlen und Birken zu seinem Grundstück - zu nah laut Nachbarschaftsgesetz, weil die attraktive Internistin mit diesem Rechtsbruch nichts weniger als einen Terroranschlag begeht und einen sowieso auf die Palme bringt. Die Frau vom Jugendamt kriegt Druck vom Vorgesetzten, ja kein vernachlässigtes Kind zu übersehen, worauf sie ihn in ihren Träumen durch die Etagen des Amtes fallen und als glibbriges Monster enden lässt, denn Kinder lieben Königsberger Klopse, wozu Anne Will sicher was zu sagen hätte. Die Mutter fährt zum Psychologen - ein Autoradio, eine widerspenstige Tochter und ein Polizist machen eine durchgeknallte Geisterfahrerin aus ihr.
Anna Behringer spürt dem vielbeschworenen Verlust der bürgerlichen Mitte nach und jagt das Wortgespenst mit ganz konkreten Fragen: Was genau wird verloren? Was macht das mit den Menschen? Das Revier: Die Doppelhaushälfte als einstige Hochburg des bürgerlichen Mittelstandes. Eine Schlachteplatte aus stillen, komischen, absurden und oft grotesken Szenen.
AUTORIN
ANNA BEHRINGER ist ein Pseudonym. Über die Autorin ist nichts bekannt. Das Stück wurde 2009 am Dortmunder Schauspiel uraufgeführt.
"Die Geschichte von St. Magda"
PREMIERE: 11.02.2011 / 21.30 Uhr
weitere Vorstellungen:
12.02. / 16.02. / 18.02. / 25.02.2011 // 21.30 Uhr
Eine handvoll Menschen erinnert sich an Magda und versucht ihre Geschichte zu erzählen. An einem Tag reiste sie zusammen mit ihrem Mann in einem abgelegenen Touristenort an und am nächsten Tag kam sie alleine ins Wirtshaus.
Magda ist eine Mörderin. Warum sie getötet hat ist nicht die Frage, sondern wie sie dorthin kam. Aus Erinnerungen, Aktenfragmenten, spielerischen Annäherungen entsteht das Porträt einer jungen Frau, die sich gegen kleinbürgerliche Enge und männliche Gewalt zur Wehr setzt - einer Frau, die nach Freiheit und Glück sucht, und immer wieder ins Unglück zu rennen scheint.
Das Stück umkreist die sprachlose Magda. Es spielt zugleich mit dem Genre des kritischen Volksstücks wie wir es von Horvath kennen. Aber Kaptein zeigt, wie ein Opfer zur Täterin wird, und macht damit klar, dass die Grenze zwischen Opfer und Täter schmal geworden ist. Magda ist eine Heilige, die sich wehrt.
AUTORIN
JOHANNA KAPTEIN, 1974 in Hamburg geboren, verfasst Dramatik, Hörspiele und Prosa. Sie studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und gewann 2005 mit Die Geschichte von St. Magda den Stückepreis der Schaubühne Berlin. 2007 Thomas-Bernhard-Stipendium des Landestheaters Linz. 2009 Leonhard-Frank-Preis des Würzburger Mainfranken Theaters. 2007-2009 Hausautorin des Badischen Staatstheaters Karlsruhe. Die Geschichte von St. Magda wurde dort 2007 uraufgeführt.